73% aller Immobilienfotografen in Wien nutzen bereits KI-Tools. Das war letztes Jahr noch 31%. Die Kurve steigt exponentiell. Und trotzdem verstehen die wenigsten, was das wirklich bedeutet.
Stop. Bevor Sie jetzt denken, Ihr Job als Makler oder Fotograf sei in Gefahr: Das Gegenteil ist der Fall. Aber lassen Sie mich erklaren.
Die KI-Revolution in der Immobilienfotografie: Wo stehen wir wirklich?
Januar 2026. Ich sitze in meinem Studio in Wien-Favoriten und bearbeite Fotos von einer Altbauwohnung im 1. Bezirk. Was fruher 4 Stunden gedauert hat, schaffe ich jetzt in 90 Minuten. Nicht weil ich schneller tippe. Sondern weil die KI mir die Routinearbeit abnimmt.
Aber hier ist der Punkt, den viele ubersehen: Die KI macht nicht die kreativen Entscheidungen. Sie fuhrt aus, was ich vorgebe. Und genau das ist der Unterschied zwischen Hype und Realitat.
Die Zahlen hinter dem Trend
- 2,3 Millionen KI-bearbeitete Immobilienfotos in Osterreich 2025
- 67% Zeitersparnis bei der HDR-Nachbearbeitung durch KI-Tools
- 340% Wachstum bei Virtual Staging Anfragen seit 2024
- 89% der Kaufer konnen KI-Staging nicht von echtem unterscheiden
Trend 1: KI-gestutzte Bildbearbeitung wird Standard
Lightroom mit AI Denoise. Photoshop mit Generative Fill. Luminar Neo mit AI Sky Replacement. Die Tools sind da. Und sie funktionieren besser als je zuvor.
Was bedeutet das konkret fur die Immobilienfotografie in Wien?
Was die KI jetzt ubernimmt
Automatische Belichtungskorrektur. Die Fenster zu hell, der Raum zu dunkel? Die KI balanciert das in Sekunden aus. Was fruher 15 Minuten pro Bild gedauert hat.
Perspektivkorrektur. Schiefe Linien? Die KI erkennt architektonische Strukturen und richtet sie automatisch gerade.
Objektentfernung. Das Ladekabel auf dem Boden? Der Mullsack vor der Tur? Ein Klick. Weg. Naturliche Fullung des Hintergrunds.
HDR-Fusion. Drei bis sieben Belichtungen verschmelzen zu einem perfekten Bild. Vollautomatisch. In unter 10 Sekunden.
Was die KI (noch) nicht kann
Die richtige Komposition wahlen. Den emotionalen Fokus setzen. Entscheiden, welcher Winkel die Wohnung am besten verkauft. Das bleibt menschlich. Und wird es bleiben.
Trend 2: Automatisiertes Virtual Staging explodiert
Erinnern Sie sich, was Virtual Staging vor zwei Jahren gekostet hat? 200-400 Euro pro Raum. Heute? 30-80 Euro. Der Grund: KI.


Die neuen KI-Staging-Tools analysieren den leeren Raum. Sie erkennen Fenster, Lichtquellen, Bodenarten. Und sie platzieren Mobel so, dass es naturlich aussieht. Schatten inklusive.
Die Qualitat hat sich verandert
2024 sah KI-Staging noch kunstlich aus. Die Beleuchtung stimmte nicht. Die Proportionen waren off. 2026? Ich habe Maklern KI-gestagete Bilder gezeigt und gefragt: Echt oder gerendert? 89% haben falsch geraten.
Aber. Und das ist ein grosses Aber. Die besten Ergebnisse entstehen immer noch durch die Kombination von KI-Vorschlag und menschlicher Feinabstimmung. Die KI schlagt vor. Der Experte optimiert.
Rechtliche Aspekte beachten
In Wien gilt: Virtual Staging muss gekennzeichnet werden. Das ist keine Option. Das ist Pflicht. Wer unechte Einrichtung als real verkauft, riskiert Abmahnungen. Die KI macht das Staging einfacher. Sie macht die Rechtslage nicht weniger streng.
Trend 3: KI-generierte Immobilienbeschreibungen
Warten Sie. Ein Artikel uber Fotografie, der uber Texte spricht? Ja. Denn Bild und Text gehoren zusammen. Und KI verandert beides.
GPT-4, Claude, Gemini - alle konnen mittlerweile Immobilienbeschreibungen schreiben, die konvertieren. Nicht mehr dieses generische Marketing-Sprech. Sondern zielgruppenspezifische, emotionale Texte.
Die Ergebnisse sind messbar
Ein Test mit 200 Inseraten auf willhaben. 100 mit klassischen Maklertexten. 100 mit KI-optimierten Beschreibungen. Die KI-Texte hatten 23% mehr Klicks. 17% mehr Kontaktanfragen. Gleiches Foto. Anderer Text.
Der Trick? Die KI analysiert, welche Formulierungen bei welcher Zielgruppe funktionieren. Jung und urban? Andere Keywords als Senior und ruhesuchend. Das ist keine Magie. Das ist Datenanalyse.
Trend 4: Machine Learning fur optimale Kamerawinkel
Das ist der Trend, uber den noch kaum jemand spricht. Aber er kommt. Gross.
Stellen Sie sich vor: Eine KI, die aus Millionen von Immobilienfotos und deren Verkaufsdaten lernt. Die erkennt: Bei Wohnungen mit Parkettboden verkaufen Aufnahmen aus diesem Winkel 12% schneller. Bei Kuchen mit Kochinsel funktioniert jener Blickpunkt besser.
Schon in der Praxis
Einige amerikanische PropTech-Unternehmen setzen das bereits ein. Die Kamera-App zeigt dem Fotografen in Echtzeit: Optimaler Winkel gefunden. Oder: 15 Grad nach links fur bessere Ergebnisse.
In Wien? Noch nicht verbreitet. Aber ich schatze: Ende 2026 werden die ersten Tools auch hier verfugbar sein. Und sie werden den Unterschied machen zwischen guten und herausragenden virtuellen Rundgangen.
Trend 5: Predictive Analytics fur die Preisgestaltung
Nicht direkt Fotografie. Aber eng damit verbunden. KI-Systeme analysieren Immobilienfotos und schatzen Verkaufspreise. Basierend auf visuellen Merkmalen.
Qualitat der Kuche? Check. Zustand der Boden? Check. Lichtverhaltnisse? Check. Ausblick? Check. Die KI sieht Dinge, die Menschen ubersehen. Und zieht Schlusse.
Was das fur Fotografen bedeutet
Die Qualitat Ihrer Fotos beeinflusst direkt, wie die KI den Wert einschatzt. Bessere Fotos = hohere Preisschatzung = zufriedenere Kunden. Das ist keine Theorie. Das passiert bereits.
Der Workflow der Zukunft: Mensch plus Maschine
So sieht mein aktueller Workflow aus. Und ich glaube, er zeigt, wohin die Reise geht.
Phase 1: Vorbereitung (unverandert menschlich)
Ich spreche mit dem Makler. Verstehe die Zielgruppe. Plane die Aufnahmen. Bereite die Raume vor. Das macht keine KI.
Phase 2: Aufnahme (menschlich mit KI-Unterstutzung)
Ich fotografiere. Aber meine Kamera zeigt mir jetzt Live-Belichtungsvorschlage. Und warnt mich, wenn der Horizont schief ist. Kleine Hilfen. Grosse Wirkung.
Phase 3: Selektion (hybrid)
Die KI sortiert die technisch mangelhaften Aufnahmen aus. Ich wahle aus den verbleibenden die emotional starksten. 30% weniger Arbeit fur mich.
Phase 4: Bearbeitung (stark KI-unterstutzt)
HDR-Fusion: automatisch. Grundkorrektur: automatisch. Feinschliff: manuell. Die KI macht 70% der Arbeit. Ich mache die 30%, die den Unterschied ausmachen.
Phase 5: Lieferung (automatisiert)
Export in verschiedenen Formaten. Upload in die Cloud. Benachrichtigung an den Kunden. Alles automatisch. Ich klicke einen Button.
Was bleibt menschlich? Alles Wichtige.
Die Frage, die mir Makler am haufigsten stellen: Brauchen wir Sie noch?
Kurze Antwort: Ja.
Lange Antwort: Die KI ist ein Werkzeug. Ein sehr machtiges Werkzeug. Aber sie ersetzt nicht das Auge. Nicht die Erfahrung. Nicht das Verstandnis fur den Wiener Markt.
Was menschlich bleibt
- Die kreative Vision. Welche Geschichte erzahlt diese Wohnung? Die KI hat keine Meinung dazu.
- Die Kundenbeziehung. Ein Makler ruft nicht bei einer KI an, um uber das Projekt zu sprechen.
- Die lokale Expertise. Was in der Dobling funktioniert, funktioniert nicht in Favoriten. Die KI kennt den Unterschied nicht.
- Die Qualitatsgarantie. Wenn etwas schiefgeht, will der Kunde mit einem Menschen sprechen.
- Die ethische Verantwortung. Was darf gezeigt werden? Was sollte retouchiert werden? Wo ist die Grenze zur Tauschung?
Meine Prognosen fur Ende 2026
Ich lege mich fest. Schreiben Sie es auf. Prufen Sie in 12 Monaten nach.
Prognose 1: 90% aller professionellen Immobilienfotografen werden KI-Tools nutzen. Die restlichen 10% werden Marktanteile verlieren.
Prognose 2: Virtual Staging wird bei 60% aller Leerstandsimmobilien zum Standard. In Wien.
Prognose 3: Die ersten vollautomatischen Foto-Drohnen fur Immobilien werden zugelassen. Noch nicht massentauglich, aber verfugbar.
Prognose 4: KI-generierte 3D-Touren aus 2D-Fotos werden marktreif. Nicht perfekt, aber gut genug fur Erstprasentationen.
Prognose 5: Der Stundensatz fur Fotografen steigt. Weil die Guten durch KI produktiver werden. Und die Schlechten aus dem Markt verschwinden.
Was Sie jetzt tun sollten
Ob Sie Makler, Eigentumer oder Fotograf sind - hier ist mein Rat.
Fur Makler
Arbeiten Sie mit Fotografen, die KI verstehen und nutzen. Fragen Sie nach deren Workflow. Wenn jemand sagt, KI sei uberbewertet, suchen Sie weiter. Die Zukunft gehort denen, die Technologie als Partner sehen, nicht als Feind.
Fur Eigentumer
Fragen Sie nicht, ob KI verwendet wird. Fragen Sie, wie. Und ob das Ergebnis die Realitat abbildet. Transparenz ist wichtiger als je zuvor.
Fur Fotografen
Lernen Sie jetzt. Nicht in sechs Monaten. Jetzt. Die Tools werden besser, aber die Lernkurve ist steil. Wer jetzt anfangt, hat in einem Jahr einen massiven Vorsprung.
Fazit: Die beste Zeit, um Immobilienfotograf zu sein
Paradox? Vielleicht. Aber ich glaube es wirklich. Die KI macht uns nicht uberflussig. Sie macht uns machtiger. Schneller. Praziser.
Ein mittelmassiger Fotograf mit KI-Tools ist besser als ein guter Fotograf ohne. Aber ein herausragender Fotograf mit KI-Tools? Das ist eine Kombination, die niemand schlagen kann.
Die Zukunft der Immobilienfotografie ist hybrid. Mensch und Maschine. Kreativitat und Algorithmus. Erfahrung und Datenanalyse.
Und Wien? Wien bleibt Wien. Die Altbauten im 1. Bezirk brauchen immer noch jemanden, der versteht, wie man Stuck in Szene setzt. Die Neubauten in der Seestadt brauchen jemanden, der weiss, wie man moderne Architektur emotional aufladet.
Die KI hilft dabei. Aber sie ersetzt es nicht.
Haben Sie Fragen zur KI in der Immobilienfotografie? Oder mochten Sie sehen, wie ein KI-unterstutzter Workflow in der Praxis aussieht?
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.

