Immobilienfotos Selber Machen vs Profi

Immobilienfotos Selber Machen vs Profi

Die ehrliche Analyse: Wann DIY reicht und wann Sie einen Fotografen brauchen

Die kurze Antwort: Bei Verkäufen ab €200.000 lohnt sich fast immer ein Profi. Die Investition von €250-400 für professionelle Fotos bringt im Schnitt 47% mehr Anfragen und 32% schnelleren Verkauf. Bei Vermietungen unter €800/Monat oder Sanierungsobjekten können gute Smartphone-Fotos aber durchaus ausreichen.

Die ehrliche Rechnung

Fangen wir mit den Zahlen an. Ohne Drumherum.

DIY-Kosten (wenn Sie es richtig machen)

  • Smartphone + Stativ + Weitwinkel-Aufsatz: €70-100
  • Ihre Zeit (6-10 Stunden): Unbezahlbar. Oder €300-500 wenn Sie ehrlich rechnen.
  • Lernkurve: Die ersten 3-5 Versuche werden nicht gut.
  • Software für Nachbearbeitung: €12/Monat (Lightroom) oder kostenlos (aber schlechter)

Profi-Kosten

  • 15-20 HDR-Fotos für 80m² Wohnung: €250-350
  • Ihre Zeit: 30 Minuten Termin vor Ort
  • Ergebnis: Garantiert professionell

Warten Sie. Rechnen Sie Ihre Zeit wirklich mit €0?

Der Zeitaufwand im Detail

Hier unterschätzen die meisten. Massiv.

DIY: Was Sie tatsächlich brauchen

  • Vorbereitung: 1-2 Stunden (Aufräumen, Staging, Licht einrichten)
  • Aufnahmen: 2-3 Stunden (verschiedene Perspektiven, verschiedenes Licht)
  • Sichtung: 1 Stunde (aus 200 Fotos die besten 20 auswählen)
  • Nachbearbeitung: 3-6 Stunden (HDR-Stacking, Perspektivkorrektur, Retusche)

Gesamtzeit: 7-12 Stunden

Und das ist optimistisch. Beim ersten Mal.

Profi: Was Sie tatsächlich brauchen

  • Termin vereinbaren: 5 Minuten
  • Vor Ort anwesend sein: 60-90 Minuten
  • Fotos erhalten: 24-48 Stunden später, fertig bearbeitet

Ihre Zeit: 1-2 Stunden

Ausrüstung: Was Sie wirklich brauchen

Minimum für akzeptable DIY-Fotos

  • Smartphone: iPhone 13+ oder Samsung Galaxy S21+ (Sie haben vermutlich eins)
  • Stativ mit Smartphone-Halterung: €30-50 (wichtiger als Sie denken)
  • Weitwinkel-Aufsatz: €20-40 (Moment oder Olloclip)
  • Lightroom Mobile: Kostenlos (Grundversion) oder €12/Monat (Premium)

Investition: €50-100

Professionelles Fotografie-Equipment
Professionelle Ausrüstung für optimale Ergebnisse
Hochwertige Visualisierung für den Immobilienmarkt
Hochwertige Visualisierung für den Immobilienmarkt

Das Ergebnis? Besser als Schnappschüsse. Aber kein Vergleich zu Profi-Fotos.

Ordentliche DIY-Ausrüstung (Semi-Profi)

  • Spiegellose Kamera: Sony A6400 oder Canon EOS R50 (€800-1.200)
  • Weitwinkelobjektiv 10-18mm: €350-600
  • Stabiles Stativ: €100-200
  • Externer Blitz: €150-300
  • Adobe Lightroom + Photoshop: €12/Monat

Investition: €1.500-2.500

Dazu kommt: 20-50 Stunden Lernzeit, bis Sie wissen, was Sie tun.

Der Qualitätsunterschied

Hier wird es schmerzhaft ehrlich.

Smartphone-Fotos: Typische Probleme

  • Weitwinkel-Verzerrung: Wände krümmen sich, Möbel sehen seltsam aus
  • Dynamikumfang: Fenster sind weiß oder Raum ist dunkel. Nie beides gut.
  • Stürzende Linien: Wände kippen nach innen
  • Falsche Höhe: Fotos aus Augenhöhe statt optimaler Kameraposition
  • Keine Retusche: Steckdosen, Kabel, Flecken, Spiegelungen bleiben sichtbar

Profi-Fotos: Was Sie bekommen

  • HDR-Technik: Perfekte Balance zwischen Innenraum und Fensterblick
  • Perspektivkorrektur: Gerade Linien, keine stürzenden Wände
  • Optimale Kameraposition: Räume wirken 15-20% größer
  • Professionelle Retusche: Störende Elemente verschwinden
  • Farbkorrektur: Natürliche, einladende Farben

Der messbare Unterschied

  • 47% mehr Anfragen bei professionellen Fotos (VHT Studios)
  • 32% schnellerer Verkauf (Redfin-Studie)
  • 4-9% höherer Verkaufspreis bei professioneller Präsentation

Wann DIY tatsächlich funktioniert

Nicht immer brauchen Sie einen Profi. Ehrliche Einschätzung:

DIY kann ausreichen bei:

  • Vermietung unter €800/Monat: Der Wiener Mietmarkt ist so angespannt, dass Interessenten nehmen, was sie kriegen. Ordentliche Smartphone-Fotos reichen.
  • Sanierungsobjekte: Wenn komplett renoviert wird, dokumentieren Sie nur den Ist-Zustand. Das kann jedes Handy.
  • Familienverkauf: Käufer steht fest. Fotos sind Formalität.
  • Zwangsversteigerung: Preis ist ohnehin marktunabhängig.
  • Hobbyraum/Keller: Nebenflächen brauchen keine Kunstwerke.

DIY funktioniert besser, wenn:

  • Sie fotografische Vorerfahrung haben
  • Die Immobilie wenige, helle Räume hat
  • Sie sich Zeit für Vorbereitung nehmen
  • Sie bereit sind, die Nachbearbeitung zu lernen

Wann Sie definitiv einen Profi brauchen

Hier gibt es keinen Spielraum:

  • Verkauf ab €200.000: Die €300-400 für Fotos sind 0,15-0,2% des Verkaufspreises. Der potenzielle Mehrerlös: Tausende Euro.
  • Luxusimmobilien: Käufer erwarten Premium-Präsentation. Alles andere disqualifiziert Sie.
  • Schwierige Lichtverhältnisse: Dunkle Räume, Nordfenster, niedrige Decken brauchen Profi-Equipment.
  • Konkurrenzmärkte: Wenn 20 ähnliche Wohnungen im Bezirk inseriert sind, entscheiden Details.
  • Makler-Auftrag: Ihr Makler wird Profi-Fotos verlangen. Zu Recht.

Die Rechnung bei einer €350.000-Wohnung

Szenario A: DIY-Fotos

  • Kosten: €100 (Equipment) + €0 (Ihre Zeit wird nicht bezahlt)
  • Erwartete Vermarktungszeit: 90 Tage
  • Wahrscheinlicher Verkaufspreis: €340.000 (3% unter Angebotspreis durch Verhandlungsdruck)
  • Verlust: €10.000

Szenario B: Profi-Fotos

  • Kosten: €350
  • Erwartete Vermarktungszeit: 60 Tage (32% schneller)
  • Wahrscheinlicher Verkaufspreis: €350.000 (Angebotspreis)
  • Mehrwert: €9.650 (€10.000 - €350)

Die Rechnung macht sich selbst.

Wenn Sie trotzdem DIY wollen: Tipps

Okay. Sie haben sich entschieden. Dann machen Sie es wenigstens richtig.

Vor dem Shooting

  • Aufräumen: Radikal. Alles weg, was nicht fixiert ist.
  • Reinigen: Spiegel, Fenster, Armaturen. Staub killt Fotos.
  • Licht: Alle Lampen an. Auch tagsüber.
  • Wetter: Bewölkter Tag ist besser als strahlender Sonnenschein.

Beim Fotografieren

  • Stativ nutzen: Immer. Keine Ausnahmen.
  • Kamerahöhe: 120cm vom Boden. Nicht Augenhöhe.
  • Ecken fotografieren: Aus der Ecke zeigen Sie 2 Wände statt 1.
  • Mehrere Belichtungen: Für HDR in der Nachbearbeitung.

Nachbearbeitung

  • Perspektivkorrektur: Stürzende Linien begradigen (in Lightroom: Transform)
  • HDR-Merge: Mehrere Belichtungen kombinieren
  • Weissabgleich: Natürliche Farben, nicht zu warm, nicht zu kalt
  • Retusche: Steckdosen, Kabel, Flecken entfernen

Die Entscheidungshilfe

Beantworten Sie diese Fragen:

  • Verkaufs- oder Vermietungspreis unter €100.000/€800 pro Monat?
    Ja → DIY kann funktionieren
  • Haben Sie 10+ Stunden Zeit und fotografische Erfahrung?
    Nein → Profi buchen
  • Ist die Immobilie hell und einfach zu fotografieren?
    Nein → Profi buchen
  • Konkurrieren Sie mit vielen ähnlichen Objekten?
    Ja → Profi buchen

Fazit

DIY-Immobilienfotos sind wie DIY-Autoreparatur. Möglich. Manchmal sinnvoll. Aber bei wichtigen Dingen holen Sie den Fachmann.

Bei einer €350.000-Wohnung sind €350 für Profi-Fotos 0,1% des Verkaufspreises. Der potenzielle Mehrerlös: 2-5% mehr Verkaufspreis. Das ist €7.000-17.500.

Die Rechnung geht nur in eine Richtung auf.

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Lucas Hammerer

Lucas Hammerer

Gründer & Immobilienfotograf

Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.

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