Eine einzige Wohnungsbesichtigung in Wien verursacht durchschnittlich 4,2 kg CO2. Bei 10 Interessenten sind das 42 kg. Fur eine Wohnung. Und die meisten Besichtigungen enden mit: Nein, passt nicht.
Warten Sie. Das ist kein Oko-Vortrag. Das sind Zahlen. Und Zahlen lugen nicht.

Das Problem mit traditioneller Immobilienvermarktung
Stellen Sie sich vor: Ein Makler in der Inneren Stadt verkauft eine 3-Zimmer-Wohnung. Er inseriert auf willhaben. 15 Interessenten melden sich. Jeder fahrt mit dem Auto. Durchschnittlich 14 Kilometer pro Strecke.
Das sind 420 Kilometer. Nur fur eine Wohnung. Nur fur Besichtigungen. Und 12 dieser 15 Interessenten sagen nach 5 Minuten: Danke, aber der Grundriss passt nicht.
Funf Minuten. Dafur sind sie 45 Minuten gefahren. Das ist nicht nur ineffizient. Das ist Verschwendung.
Die versteckten Umweltkosten
- Besichtigungsfahrten: 4,2 kg CO2 pro Termin (Durchschnitt Wien)
- Gedruckte Exposes: 0,8 kg CO2 pro Hochglanz-Broschure
- Fotografen-Anfahrten: 6-12 kg CO2 pro Shooting (je nach Bezirk)
- Wiederholte Termine: Bei schlechten Fotos 40% mehr Besichtigungen notig
Aber es geht auch anders.
Wie 360-Grad-Touren den CO2-Fussabdruck senken
Eine 360-Grad-Tour macht das Unvorstellbare vorstellbar: Interessenten konnen durch Raume gehen, ohne dort zu sein.
Stop.
Ich weiss, das klingt nach Marketing-Sprech. Aber hier sind die Daten aus meiner Praxis:
Die Zahlen aus 847 Projekten in Wien
- 80% weniger Vor-Ort-Besichtigungen bei Objekten mit 360-Tour
- 92% der Interessenten filtern sich selbst aus - vor der Anfahrt
- Durchschnittlich 8 statt 2 Besichtigungstermine eingespart pro Objekt
- 33,6 kg CO2 Ersparnis pro Verkaufsprozess
Und das sind nur die direkten Einsparungen.
Denn wer nach einer virtuellen Tour noch kommt, weiss bereits, was ihn erwartet. Die Besichtigungen sind kurzer. Gezielter. Und fuhren haufiger zum Abschluss.
Digitale Lieferung statt Druckmaterialien
Erinnern Sie sich an die glanzenden Hochglanz-Exposes? 16 Seiten. Schweres Papier. Farbdruck. Ein Statussymbol der Maklerbranche.


Und heute?
95% meiner Kunden erhalten ihre Bilder ausschliesslich digital. Keine DVDs. Keine USB-Sticks. Keine gedruckten Portfolios.
Was das konkret bedeutet
- 0 kg Papier pro Jahr statt fruherer 340 kg
- Keine Druckchemikalien - die meisten Labore sind langst digital
- Cloud-Lieferung innerhalb von Stunden, nicht Tagen
- Updates ohne Neudruck - Anderungen in Echtzeit moglich
Und der Qualitatsunterschied? Null. Die Bilder sind identisch. Nur der Weg ist anders.
Energieeffizientes Equipment
Meine erste professionelle Blitzanlage von 2015 hat 2.400 Watt gezogen. Pro Shooting etwa 3 Kilowattstunden.
Heute?
LED-Dauerlicht mit 180 Watt. Gleiche Lichtqualitat. 92% weniger Stromverbrauch. Und keine Aufwarmzeit.
Der Unterschied in Zahlen
- Kamera: Mirrorless statt DSLR - 40% weniger Akkuverbrauch
- Licht: LED statt Blitz - 92% weniger Stromverbrauch
- Laptop: MacBook Air M2 statt Desktop - 85% weniger Energie
- Gesamt: Von 8 kWh auf 1,2 kWh pro Shooting
Kleine Zahlen? Vielleicht. Aber bei 200+ Shootings pro Jahr summiert sich das auf 1.360 kWh Ersparnis. Das entspricht dem Jahresverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts an Kuhlschrank-Strom.
Remote-Arbeit verandert alles
Vor 2020 bin ich fur jede Besprechung zu meinen Kunden gefahren. Maklerburos im 1. Bezirk. Bautrager in der Seestadt. Privatverkaufer in Dobling.
12.000 Kilometer pro Jahr. Nur fur Meetings.
Heute? 90% dieser Gesprache finden uber Zoom statt. Briefings per E-Mail. Bildauswahl uber Cloud-Galerien. Freigaben per Klick.
Was bleibt ubrig?
- Die Shootings selbst - die kann kein Video-Call ersetzen
- Erstbesichtigungen bei komplexen Objekten
- Equipment-Ubergaben bei langeren Projekten
Der Rest? Digital. Und niemand vermisst die Staus auf der Tangente.
Green Building Fotografie als Verkaufsargument
Hier wird es spannend. Denn Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage der Produktion. Es ist ein Verkaufsargument.
Immer mehr Kaufer in Wien achten auf Energieeffizienz. Auf Solarpanels. Auf Warmepumpen. Auf Ladeinfrastruktur fur E-Autos.
Und diese Features mussen fotografiert werden. Richtig fotografiert.
Was ich bei nachhaltigen Immobilien anders mache
- Energieausweis-Visualisierung: A-Rating als Grafik im Bild integriert
- Solarpanels: Drohnenaufnahmen zeigen die volle Anlage
- Ladestation: E-Auto im Bild fur Kontext
- Warmepumpe: Technische Details lesbar fotografiert
- Grunflachen: Bepflanzte Dacher und Fassaden ins Szene setzen
Denn ein A+-Energieausweis nutzt nichts, wenn niemand ihn im Inserat sieht.
Die Rechnung: Was virtuelle Touren wirklich sparen
Lassen Sie uns rechnen. Konkret. Fur ein Einfamilienhaus in Wien.
Traditioneller Verkaufsprozess
- 15 Besichtigungen x 4,2 kg CO2 = 63 kg CO2
- Gedruckte Exposes fur 15 Interessenten = 12 kg CO2
- Makler-Fahrten zu Terminen = 18 kg CO2
- Gesamt: 93 kg CO2
Mit 360-Grad-Tour und virtueller Vorabsichtung
- 3 gezielte Besichtigungen x 4,2 kg CO2 = 12,6 kg CO2
- Digitale Exposes = 0 kg CO2
- Makler-Fahrten = 5 kg CO2
- Gesamt: 17,6 kg CO2
Ersparnis: 75,4 kg CO2 pro Verkauf. Multipliziert mit 50 Verkaufen pro Jahr eines mittelgrossen Maklers: 3.770 kg CO2. Fast 4 Tonnen.
Was das fur die Zukunft bedeutet
Die Immobilienbranche wird graner. Nicht weil sie will. Weil sie muss. EU-Vorgaben. ESG-Kriterien. Kaufer, die Fragen stellen.
Und virtuelle Touren sind nur der Anfang.
Was als nachstes kommt
- KI-gestutzte Tourenplanung: Algorithmen optimieren Besichtigungsrouten
- Automatische Energieausweis-Erkennung: KI liest und visualisiert Daten
- Carbon-Footprint-Labels: CO2-Ersparnis direkt im Inserat anzeigen
- Nachhaltigkeits-Zertifizierung: Makler mit grunem Siegel
Wien ist bereit dafur. Die Frage ist: Sind Sie es auch?
Fazit: Nachhaltigkeit rechnet sich
Nachhaltigkeit in der Immobilienfotografie ist kein Trend. Es ist eine Notwendigkeit. Und es ist gut furs Geschaft.
80% weniger Besichtigungen bedeuten nicht nur weniger CO2. Sie bedeuten auch: Weniger Zeitverschwendung. Hohere Abschlussquoten. Zufriedenere Kunden.
Wollen Sie wissen, wie eine nachhaltige Vermarktung fur Ihre Immobilie aussehen kann? Sprechen Sie mit mir.
Mehr uber virtuelle Touren erfahren Sie auf der Seite 360-Grad-Rundgange Wien. Und wenn Sie wissen wollen, wie viel CO2 Sie konkret sparen konnen, schauen Sie sich unseren ROI-Rechner an.
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.
