Der entscheidende Unterschied: Matterport erstellt echte 3D-Modelle mit LiDAR-Sensor, DIY 360 Kameras machen nur Panoramafotos. Matterport Pro3 liefert 134 Megapixel, Messfunktion (±1% genau), automatische Grundrisse und die berühmte Dollhouse-Ansicht. Consumer-Kameras wie Ricoh Theta oder Insta360 erreichen 23-72 Megapixel ohne 3D-Features. Für Verkäufe ab €300.000 in Wien rechnet sich der Profi.
Die harten Fakten: Technologie-Vergleich
Keine Marketing-Floskeln. Nur Zahlen.
Sensor und Bildqualität
Matterport Pro3: 134 Megapixel HDR + LiDAR-Tiefensensor. Erfasst jeden Raum dreidimensional. Dynamikumfang für schwierige Lichtsituationen (Fenster neben dunklen Ecken).
Ricoh Theta Z1 (beste Consumer-Kamera, ca. €1.000): 23 Megapixel. Größerer 1-Zoll-Sensor als billigere Modelle. Gute Qualität bei gutem Licht.
Insta360 X3 (beliebteste DIY-Kamera, ca. €450): 72 Megapixel Foto. Klingt viel, aber: 2 kleine Sensoren, die zusammengestitcht werden. Bei wenig Licht sichtbares Rauschen.
Ricoh Theta SC2 (Einsteiger, ca. €280): 14 Megapixel. Für Social Media ausreichend. Für Immobilieninserate grenzwertig.
Das 3D-Problem
Und hier wird es interessant.
Consumer 360 Kameras machen Fotos. Flache Bilder. Sie können sich umsehen, aber die Kamera weiß nicht, wie weit die Wand entfernt ist. Wie groß der Raum ist. Wo Türen und Fenster liegen.
Matterport scannt. Der LiDAR-Sensor misst 4 Millionen Datenpunkte pro Scan. Entfernung. Geometrie. Raumvolumen.
Das Ergebnis: Ein echtes 3D-Modell. Nicht verbundene Fotos.
Was Matterport kann – und DIY nicht
1. Präzise Messungen
Matterport: Klicken Sie zwei Punkte an. Sofort sehen Sie den Abstand. ±1% genau. Wandbreiten. Türöffnungen. Deckenhöhe.
Ein Wiener Makler erzählte mir: Ein Interessent aus Dubai kaufte eine 2,4 Millionen Euro Wohnung am Kärntner Ring – ohne Besichtigung. Nur mit Matterport. Die Messfunktion überzeugte ihn, dass seine Möbel passen.
DIY 360 Kameras: Keine Messfunktion. Sie müssten zusätzlich mit Maßband oder Laser-Distanzmessgerät arbeiten. Und die Daten manuell eintragen.
2. Automatischer Grundriss
Matterport generiert automatisch einen 2D-Grundriss aus dem 3D-Scan. Mit korrekten Maßen. Wanddicken. Türpositionen.
Der Grundriss kostet normalerweise €150-€300 extra bei einem Vermesser. Bei Matterport ist er inklusive.
DIY 360 Kameras: Kein Grundriss. Sie müssten einen separaten Dienst beauftragen oder selbst zeichnen.
3. Die Dollhouse-Ansicht
Das Killer-Feature von Matterport.
Die gesamte Immobilie schwebt im Raum. Wie ein aufgeschnittenes Puppenhaus. Alle Räume. Alle Ebenen. Auf einen Blick.
Käufer verstehen sofort: Wie ist die Wohnung geschnitten? Wo liegt das Bad relativ zur Küche? Wie verbinden sich die Räume?
DIY 360 Kameras: Unmöglich. Ohne 3D-Daten keine Dollhouse-Ansicht.
4. Nahtlose Navigation
Bei Matterport gleiten Sie durch die Räume. Fließende Bewegung. Kein Sprung von Foto zu Foto.
DIY-Touren: Klick auf Hotspot → schwarzer Übergang → nächstes Foto. Funktioniert. Aber die Immersion ist geringer.
Qualitätsunterschiede in der Praxis
Lichtsituationen
Typisches Wiener Altbau-Problem: Große Fenster, dunkle Ecken. Das Licht vom Fenster blendet, der Raum daneben ist dunkel.


Matterport Pro3: Professionelles HDR. Bis zu 18 Belichtungsstufen. Fenster nicht überbelichtet. Ecken nicht schwarz.
DIY-Kameras: Basis-HDR. Oft entweder Fenster weiß oder Raum zu dunkel. Nachbearbeitung hilft, aber kostet Zeit.
Stitching-Qualität
360 Kameras nehmen mit mehreren Linsen auf. Die Bilder werden zusammengefügt (Stitching).
Matterport: Professionelles Stitching in der Cloud. Fehlerkorrektur. Nahtlos.
DIY-Kameras: Oft sichtbare Nahtlinien. Besonders bei geraden Kanten (Türrahmen, Regale). Die besseren Modelle (Theta Z1, X3) sind gut – aber nicht perfekt.
Stativ im Bild
Bei 360° ist alles im Bild. Auch das Stativ unter der Kamera. Das stört beim professionellen Eindruck.
Matterport: Automatisches Ausblenden des Stativs. Der Boden wird sauber dargestellt.
DIY-Kameras: Stativ oft sichtbar. Kann in der Software retuschiert werden – kostet 5-10 Minuten pro Aufnahme.
Die echte Kostenrechnung
DIY: Einmalige Investition
- Insta360 X3 (empfohlen für Einsteiger): €450
- Oder: Ricoh Theta Z1 (beste Qualität): €1.000
- Stativ: €50
- Speicherkarte: €30
- Software (Kuula, 1 Jahr): €120
Startkosten: €650-1.200
DIY: Kosten pro Tour (nach Einarbeitung)
- Aufnahme (80m², 45 Min.): Ihre Zeit
- Nachbearbeitung (1-2 Std.): Ihre Zeit
- Tour erstellen (30 Min.): Ihre Zeit
- Hosting anteilig: €10
Bei €50/Stunde Opportunitätskosten: ca. €160 pro Tour.
Matterport Profi: Kosten pro Tour
- Essential-Paket (bis 100m²): €490
- Ihre Zeit (Vorbereitung + Anwesenheit, 1 Std.): €50
Gesamt: €540 pro Tour
Aber: Inklusive Messfunktion, Dollhouse, Grundriss, 12 Monate Hosting.
Break-Even-Analyse
Wann rechnet sich DIY?
- DIY-Startkosten (mit X3): €650
- DIY pro Tour: €160
- Profi pro Tour: €540
- Ersparnis pro Tour: €380
€650 / €380 = Ab Tour 4 ist DIY günstiger.
Aber ohne: Messfunktion, Grundriss, Dollhouse, nahtlose Navigation.
Die versteckten Kosten von DIY
Die Rechnung oben ignoriert etwas Wichtiges.
Lernkurve
Die ersten 2-3 Touren werden nicht gut. Falsche Belichtung. Schlechte Positionen. Technische Fehler. Rechnen Sie mit 8-10 Stunden Einarbeitung, bis das Ergebnis präsentabel ist.
Qualitätsverlust
Eine Studie von Redfin (USA) zeigt: Immobilien mit professionellen 3D-Touren verkaufen sich für 3-5% mehr. Bei einer €400.000 Wohnung in Wien sind das €12.000-20.000.
Die €350 Ersparnis durch DIY können schnell teuer werden.
Zeit
Ihre Zeit hat einen Wert. 3 Stunden pro DIY-Tour sind 3 Stunden, die Sie nicht mit Akquise, Besichtigungen oder Abschlüssen verbringen.
Wann DIY wirklich Sinn macht
Es gibt Szenarien, wo DIY die richtige Wahl ist.
1. Viele einfache Vermietungen
Sie vermieten 10+ Wohnungen pro Jahr. Preissegment unter €1.000 Kaltmiete. Die Mieter nehmen sowieso. Hier rechnet sich DIY.
2. Baustellen-Dokumentation
Wöchentliche Updates vom Baufortschritt. Für interne Zwecke. Keine Vermarktung. Qualität zweitrangig.
3. Ergänzung zu Profi-Aufnahmen
Der Profi macht die Haupt-Tour. Sie dokumentieren danach Änderungen selbst. Neue Einrichtung. Renovierter Bereich.
4. Technische Affinität
Sie haben Spaß an Technik. Die Einarbeitung ist kein Aufwand, sondern Hobby. Und Sie haben die Zeit.
Wann der Profi die bessere Investition ist
1. Verkauf ab €250.000
Die Profi-Kosten (€490-€990) sind Rundungsfehler im Verhältnis zum Verkaufspreis. Aber die Wirkung auf Käufer ist messbar.
2. Premium-Vermietung (ab €1.500/Monat)
Anspruchsvolle Mieter erwarten professionelle Präsentation. In Wien-Innere Stadt, Döbling oder Hietzing Standard.
3. Internationale Käufer
Käufer aus Dubai, London oder Singapur können nicht mal eben vorbeikommen. Die Messfunktion von Matterport ersetzt die physische Besichtigung.
4. Gewerbeimmobilien
Büros, Geschäftslokale, Praxen. Hier brauchen Mieter präzise Maße für ihre Planung. Die Messfunktion ist unverzichtbar.
5. Zeitdruck
Sie brauchen die Tour morgen. Der Profi liefert in 24-48 Stunden. DIY-Einarbeitung dauert länger.
Konkrete Empfehlungen nach Immobilientyp
Altbauwohnungen in der Innenstadt
Hohe Decken. Stuck. Parkett. Diese Wohnungen verdienen Matterport. Die Dollhouse-Ansicht zeigt die Raumaufteilung besser als jedes Grundriss-PDF. Und die Messfunktion überzeugt Käufer, dass ihre antiken Möbel passen.
Neubauten in Favoriten oder Floridsdorf
Standardisierte Grundrisse. Preissegment €200.000-€350.000. Hier kann DIY funktionieren. Die Wohnungen sehen ähnlich aus. Käufer vergleichen primär über Preis und Lage. Aber: Sobald Konkurrenz mit Matterport inseriert, wirkt Ihr Inserat billig.
Einfamilienhäuser und Villen
Immer Matterport. Bei Häusern ab €600.000 in Wien Umgebung sind die €990 für das Premium-Paket Rundungsfehler. Die Dollhouse-Ansicht zeigt alle Ebenen. Die Messfunktion dokumentiert die Grundstücksgrenzen.
Die beste Lösung für die meisten
Meine Empfehlung nach 500+ Touren in Wien:
Für Verkäufe: Immer Matterport. Der Qualitätsunterschied rechtfertigt die Kosten bei weitem.
Für Premium-Vermietung: Matterport. Die Zielgruppe erwartet Qualität.
Für Standard-Vermietung (unter €1.000): DIY kann funktionieren. Wenn Sie die Zeit haben.
Für Makler mit 10+ Objekten/Monat: Überlegen Sie ein Rahmenvertrag. Mengenrabatte von 15-25% machen den Profi auch für günstigere Objekte attraktiv.
Unser Angebot
Sie sind unsicher, welche Lösung für Sie passt?
Rufen Sie an. Wir besprechen Ihr Objekt. Und geben eine ehrliche Empfehlung. Auch wenn die lautet: Kaufen Sie eine Insta360 und machen Sie es selbst.
Aber wenn es um Qualität geht – wir sind da.
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.

