Die richtige Beleuchtung ist der wichtigste Faktor für hochwertige 360° Aufnahmen. Mit einheitlicher Farbtemperatur (2700-4000K), aktivierter Raumbeleuchtung und kontrolliertem Tageslicht erreichen Sie professionelle Ergebnisse. Dieser Guide zeigt Ihnen, wie.
Unsicher bei der Beleuchtung? Wir beraten vor Ort.
+43 650 9313091 anrufenWarum Licht alles entscheidet
Licht ist nicht gleich Licht. Und bei einer 360° Tour gibt es keinen Fotografen, der ungünstige Stellen wegschneidet.
Die Kamera erfasst alles. Jeden dunklen Winkel. Jeden überbelichteten Fleck. Jede unharmonische Farbmischung. Was Ihr Auge automatisch korrigiert, zeigt die Kamera schonungslos.
Das menschliche Auge vs. die Kamera
Unser Gehirn ist ein Meister der Korrektur. Es passt Kontrast an. Es neutralisiert Farbstiche. Es ignoriert dunkle Ecken.
Die Kamera macht nichts davon. Sie zeigt die Realität. Und die ist oft erschreckend unvorteilhaft, wenn die Beleuchtung nicht stimmt.
Schritt 1: Alle Lichtquellen aktivieren
Der häufigste Fehler: Zu wenig Licht. Viele denken, die Kamera kommt mit wenig aus. Falsch.
Moderne 360° Kameras haben hervorragende Sensoren. Aber mehr Licht bedeutet immer bessere Qualität. Weniger Bildrauschen. Schärfere Details. Lebendigere Farben.
Checkliste: Lichtquellen
- Deckenbeleuchtung: Komplett einschalten, alle Spots
- Stehlampen: Auch tagsüber - sie füllen Schatten auf
- Tischlampen: Schaffen Atmosphäre und Wärme
- Unterschrankbeleuchtung: In Küchen oft vergessen
- Regalbeleuchtung: Akzentuiert Produkte und Dekoration
- Schaufenster: Bei Geschäften essentiell
- Vitrinenbeleuchtung: Lässt Auslagen strahlen
- LED-Strips: Moderne Akzente nutzen
Was oft vergessen wird
Die Dunstabzugshaube hat ein Licht? Einschalten. Der Badezimmerspiegel hat Seitenbelechtung? Einschalten. Der begehbare Kleiderschrank hat einen Spot? Einschalten.
Jede Lichtquelle zählt. Mehr Licht bedeutet mehr Details. Mehr Tiefe. Mehr Qualität.
Schritt 2: Farbtemperatur vereinheitlichen
Hier wird es technisch. Aber es ist entscheidend.
Licht hat Farbe. Warmweißes Licht (2700K) wirkt gemütlich und orange-gelb. Kaltweißes Licht (5000K+) wirkt steril und blau-weiß. Tageslicht liegt dazwischen.
Das Problem mit Mischlicht
Stellen Sie sich vor: Die Deckenlampe strahlt kaltweiß (5000K). Die Stehlampe daneben glüht warmweiß (2700K). Das Tageslicht vom Fenster bringt nochmal andere Töne.
Das Ergebnis? Ein unruhiges, unprofessionelles Bild. Ein Bereich wirkt kühl, der andere warm. Die Farben stimmen nicht. Etwas fühlt sich falsch an.
Die Lösung
Verwenden Sie möglichst einheitliche Farbtemperaturen in einem Raum:
- Wohnräume, Restaurants, Hotels: 2700-3000K (warmweiß, gemütlich)
- Büros, Arztpraxen, Geschäfte: 4000-4500K (neutralweiß, professionell)
- Industrie, Lager, Werkstätten: 5000-6500K (kaltweiß, funktional)
Praktische Umsetzung
Ersetzen Sie nicht passende Leuchtmittel vor dem Termin. LED-Lampen gibt es in allen Farbtemperaturen und für wenige Euro. Die Investition lohnt sich.
Wenn Austausch nicht möglich ist: Schalten Sie die nicht passenden Lampen aus. Lieber eine einheitliche Stimmung mit weniger Licht als ein Farbdurcheinander.
Schritt 3: Tageslicht kontrollieren
Tageslicht ist der Champagner unter den Lichtquellen. Natürlich. Schmeichelnd. Kostenlos. Aber auch unberechenbar.
Das ideale Tageslicht
Der beste Freund des Fotografen: Ein leicht bewölkter Tag. Die Wolken wirken wie ein riesiger Diffusor. Das Licht ist weich, gleichmäßig und schmeichelhaft.
Direktes Sonnenlicht hingegen erzeugt harte Schatten, extreme Kontraste und überbelichtete Stellen. Nicht ideal.
Bei direkter Sonne
Wenn der Termin steht und die Sonne scheint:
- Jalousien halb schließen: Dimmt das Licht, eliminiert harte Schatten
- Transparente Vorhänge nutzen: Diffundieren das Licht
- Morgen- oder Abendstunden wählen: Weicheres Licht, weniger Kontrast
Das Fenster-Problem
In jeder 360° Tour gibt es sie: Fenster. Und Fenster sind schwierig. Der Innenraum ist dunkler als der Außenbereich. Die Kamera muss sich entscheiden: Innen korrekt belichten und außen überbelichtet? Oder außen korrekt und innen zu dunkel?
Die Lösung heißt HDR (High Dynamic Range). Der Fotograf macht mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung und kombiniert sie. Das Ergebnis: Innen und außen perfekt.
Profi-Tipp: HDR-Technologie
Unsere 360° Touren nutzen automatisch HDR-Belichtung. So sehen Sie gleichzeitig perfekt belichtete Räume UND den Ausblick aus den Fenstern.
Schritt 4: Dunkle Ecken eliminieren
Jeder Raum hat sie. Dunkle Ecken. Schattige Bereiche. Stellen, die das Auge übersieht, aber die Kamera gnadenlos zeigt.
Problemzonen identifizieren
Typische Dunkelzonen:
- Ecken hinter Möbeln
- Bereiche unter Treppen
- Nischen und Alkoven
- Flure ohne Fenster
- Abstellräume
- Bereiche gegenüber von Fenstern (Gegenlicht-Schatten)
Lösungen
Permanente Lösungen:
- Stehlampen strategisch platzieren
- Zusätzliche Spots installieren
- LED-Strips in dunklen Ecken
Temporäre Lösungen (für den Termin):
- Mobile Leuchten aufstellen
- Spiegel nutzen, um Licht zu reflektieren
- Helle Gegenstände in dunkle Bereiche stellen
Schritt 5: Reflexionen kontrollieren
Reflexionen sind der unsichtbare Feind guter 360° Aufnahmen. Sie lauern überall.
Wo Reflexionen entstehen
- Spiegel: Zeigen den Kameramann und Equipment
- Glasflächen: Türen, Vitrinen, Bilderrahmen
- Polierte Oberflächen: Tische, Böden, Arbeitsplatten
- Bildschirme: TVs, Monitore, Tablets
- Metallische Objekte: Küchengeräte, Lampen, Deko
Lösungen
Für Spiegel:
- Kameraposition so wählen, dass der Fotograf nicht sichtbar ist
- Fotograf versteckt sich hinter Möbel oder verlässt den Raum
- Nachträgliche Retusche (aufwändig, aber möglich)
Für Glas und polierte Flächen:
- Lichtquellen neu positionieren
- Polarisationsfilter nutzen (bei manchen Kameras möglich)
- Winkel der Kamera anpassen
Für Bildschirme:
- Ausschalten (schwarze Fläche reflektiert weniger)
- Neutrales Bild anzeigen (kein weißer Hintergrund)
- Displayhelligkeit reduzieren
Häufige Beleuchtungsfehler
Fehler 1: Zu wenig Licht
"Die Kamera macht das schon." Nein. Mehr Licht = bessere Qualität. Immer.
Fehler 2: Gemischte Farbtemperaturen
Der gelbliche Deckenfluter neben der bläulichen Schreibtischlampe. Sieht unprofessionell aus. Tauschen oder ausschalten.
Fehler 3: Nur Deckenbeleuchtung
Deckenlicht von oben erzeugt Schatten nach unten. Ergänzen Sie immer mit seitlichem Licht.
Fehler 4: Fenster ignorieren
Überbelichtete Fenster ruinieren die Tour. HDR-Aufnahmen oder Termin bei bedecktem Himmel wählen.
Fehler 5: Flackernde Leuchtmittel
Manche LED-Lampen und Leuchtstoffröhren flackern unsichtbar. Die Kamera sieht es. Testen Sie vor dem Termin.
Branchenspezifische Beleuchtungstipps
Restaurants und Cafés
Atmosphäre ist alles. Warmweißes Licht (2700K). Kerzen dürfen brennen, ergänzen die Stimmung. Aber: Genug Grundlicht für Details.
Einzelhandel
Produkte müssen strahlen. Neutralweißes Licht (4000K). Akzentbeleuchtung auf Highlights. Keine dunklen Regalbereiche.
Büros und Praxen
Professionell und hell. Neutralweiß bis kaltweiß (4000-5000K). Gleichmäßige Ausleuchtung. Keine dramatischen Schatten.
Hotels und Wellness
Einladend und entspannend. Warmweiß (2700-3000K). Indirekte Beleuchtung bevorzugen. Kerzen und Akzentlichter nutzen.
Fitnessstudios
Energetisch und motivierend. Neutralweiß bis kaltweiß (4000-5000K). Hohe Helligkeit. Spiegel sorgfältig prüfen.
Technische Hilfsmittel
Lichtmesser-Apps
Kostenlose Apps wie "Light Meter" messen die Helligkeit in Lux. Zielwert für Innenräume: 300-500 Lux.
Farbtemperatur messen
Apps wie "White Balance" helfen, die Kelvin-Zahl verschiedener Lichtquellen zu bestimmen.
Testaufnahme machen
Vor dem Profi-Termin: Machen Sie mit dem Smartphone ein Panoramafoto. Es zeigt Problemzonen, die Sie übersehen.
Checkliste Beleuchtung
Vor dem Termin prüfen
- Alle Leuchtmittel funktionieren
- Farbtemperaturen einheitlich
- Zusätzliche Lichtquellen bereitgestellt
- Jalousien/Vorhänge für Tageslicht-Kontrolle
Am Termin
- Alle Lichter einschalten
- Dunkle Ecken ausleuchten
- Reflexionen in Glas/Spiegel prüfen
- Bildschirme aus oder mit neutralem Bild
- Fenster-Situation mit Fotograf besprechen
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.
