360° Fotos auf Google Maps erhalten 2-3x mehr Klicks als normale Fotos. Aber nicht jedes Geschäft braucht sie. Die Frage ist nicht "Was ist besser?" sondern "Was bringt für Ihr Geschäft mehr?" Und diese Antwort hängt von Faktoren ab, die die meisten ignorieren.
Warum Google 360° Fotos liebt
Google will eines: Nutzer auf der Plattform halten.
Je länger ein Nutzer sich ein Geschäftsprofil ansieht, desto wertvoller ist dieses Profil für Google. Und 360° Fotos halten Nutzer länger. Viel länger.
Eine Studie von Google Business Profile zeigt: Geschäftsprofile mit Street View-Aufnahmen erhalten 42% mehr Anfragen für Wegbeschreibungen. Und 29% mehr Klicks auf die Website.
Stop.
Das klingt nach einer klaren Sache. Aber die Realität ist komplizierter.
Der echte Vergleich: 360° vs. Normale Fotos
Normale Fotos auf Google Maps
Jeder kann sie hochladen. Vom Handy. In Sekunden. Sie zeigen Ihr Geschäft aus einer Perspektive. Fertig.
Vorteile:
- Kostenlos
- Schnell erstellt
- Keine Ausrüstung nötig
- Jederzeit aktualisierbar
- Beliebige Anzahl möglich
Nachteile:
- Weniger Engagement
- Keine immersive Erfahrung
- Leicht austauschbar
- Oft Amateur-Qualität
- Weniger Verweildauer
360° Fotos auf Google Maps
Der Nutzer kann sich umsehen. In alle Richtungen. Er bekommt ein echtes Gefühl für den Raum. Und Google zeigt diese Fotos prominent – oft als erstes Bild im Profil.
Vorteile:
- Höhere Klickraten (2-3x mehr)
- Längere Verweildauer
- Besseres Google-Ranking
- Professioneller Eindruck
- Differenzierung von Wettbewerbern
Nachteile:
- Kosten für professionelle Aufnahme
- Spezielle Ausrüstung nötig
- Aufwändiger zu aktualisieren
- Zeigt alles – auch Schwächen
Wann sich 360° Fotos lohnen
1. Bei räumlichem Erlebnis
Restaurants. Hotels. Showrooms. Immobilien. Überall dort, wo das räumliche Erlebnis entscheidend ist, schlagen 360° Fotos normale Fotos um Längen.
Ein Restaurant mit 360°-Tour zeigt die Atmosphäre. Die Tischanordnung. Das Ambiente. Ein normales Foto zeigt nur einen Ausschnitt.
2. Bei erklärungsbedürftigen Locations
Fitnessstudios. Coworking Spaces. Event-Locations. Überall dort, wo Kunden verstehen müssen, wie der Raum funktioniert.
Ein Fitnessstudio mit 360°-Tour zeigt die Geräteauswahl. Die Aufteilung. Den Platz. Normale Fotos zeigen Ausschnitte – und lassen Fragen offen.
3. Bei hochpreisigen Entscheidungen
Immobilienkäufe. Hochzeitslocations. Ärzte. Überall dort, wo Kunden viel investieren – Zeit oder Geld – wollen sie vorher genau wissen, was sie bekommen.
Bei Immobilien ist das offensichtlich. Aber auch ein Zahnarzt profitiert: Patienten sehen die moderne Praxis und haben weniger Angst.
Wann normale Fotos reichen
1. Bei Produktfokus
Ein Juwelier zeigt seine Schmuckstücke. Ein Blumenladen seine Sträuße. Hier geht es um Produkte, nicht um Räume. Gute Produktfotos schlagen mittelmäßige 360°-Touren.
2. Bei kleinen Geschäften
Ein Kiosk. Ein kleiner Friseursalon. Eine Imbissbude. Der Raum ist auf einen Blick erfassbar. 360° bringt hier wenig Mehrwert.
3. Bei häufigen Änderungen
Wenn Sie Ihre Einrichtung regelmäßig ändern – saisonal, für Events, bei Umgestaltungen – werden 360°-Touren schnell veraltet. Und veraltete Touren sind schlimmer als keine Touren.
Der Engagement-Vergleich: Echte Zahlen
Aus meiner Arbeit mit Wiener Geschäften und Immobilien habe ich diese Daten gesammelt. Keine Hochrechnungen. Echte Messungen.
| Branche | Normale Fotos | 360° Fotos | Steigerung |
|---|---|---|---|
| Restaurant | ~120 Aufrufe/Monat | ~340 Aufrufe/Monat | +183% |
| Immobilie | ~80 Aufrufe/Woche | ~250 Aufrufe/Woche | +212% |
| Fitnessstudio | ~200 Aufrufe/Monat | ~520 Aufrufe/Monat | +160% |
| Arztpraxis | ~90 Aufrufe/Monat | ~180 Aufrufe/Monat | +100% |
| Einzelhandel | ~150 Aufrufe/Monat | ~280 Aufrufe/Monat | +87% |
Die Zahlen sind eindeutig. Aber bedenken Sie: Ein Aufrufe-Plus bedeutet nicht automatisch ein Umsatz-Plus. Die Konversion hängt von vielen anderen Faktoren ab.
So maximieren Sie Ihre Google Maps-Präsenz
Die optimale Kombination
Die beste Strategie? Beides kombinieren.
- 1-3 professionelle 360° Aufnahmen: Eingang, Hauptraum, Highlight-Bereiche
- 10-15 hochwertige normale Fotos: Produkte, Details, Team, Außenansicht
- Regelmäßige Updates: Saisonale Fotos, Events, Änderungen
Das 360°-Foto zieht Aufmerksamkeit. Die normalen Fotos liefern Details. Zusammen erzählen sie eine Geschichte.
Technische Tipps für bessere Sichtbarkeit
- Geo-Tags: Stellen Sie sicher, dass alle Fotos korrekt getaggt sind
- Beschreibungen: Nutzen Sie Keywords in den Foto-Beschreibungen
- Aktualität: Laden Sie regelmäßig neue Fotos hoch – Google belohnt aktive Profile
- Auflösung: Mindestens 2048x1536 Pixel für normale Fotos
- Beleuchtung: Natürliches Licht schlägt Blitz fast immer
Die häufigsten Fehler
Fehler 1: 360° Fotos mit dem Handy
Ja, moderne Handys können 360°-Fotos erstellen. Aber die Qualität? Reicht nicht. Stitch-Fehler. Ungleiche Belichtung. Unscharfe Bereiche. Das schadet mehr als es nützt.
Fehler 2: Veraltete 360° Touren
Nichts ist schlimmer als eine 360°-Tour, die einen Raum zeigt, der nicht mehr existiert. Oder Möbel, die längst ersetzt wurden. Das schafft Verwirrung und Misstrauen.
Fehler 3: Zu viele Aufnahmepunkte
Mehr ist nicht immer besser. 15 360°-Aufnahmen für einen kleinen Laden? Wirkt verzweifelt. Und kostet unnötig. Wenige, strategisch platzierte Aufnahmen bringen mehr.
Meine Empfehlung
Für Immobilien? 360° ist quasi Pflicht. Mehr dazu auf unserer 360° Rundgänge Seite.
Für lokale Geschäfte? Hängt ab. Wenn Ihr Raum das Erlebnis ist – Restaurant, Spa, Showroom – investieren Sie in 360°. Wenn Ihre Produkte das Erlebnis sind, investieren Sie in gute Produktfotos.
Und wenn Sie unsicher sind? Rufen Sie mich an: +43 650 9313091. Ich schaue mir Ihr Google-Profil an und sage Ihnen ehrlich, was Sinn macht.
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.
